Der Kalkbrennofen

 

 

Typisierter Kalkofen zur Demonstration der Kalkgewinnung

Ziel des Ziegel- und Kalk Museums ist es, den Besuchern die Materialien Ziegel und Kalk – besonders als heute im Grunde unveränderte Baustoffe – in der aktuellen Anwendung und Herstellung im Zusammenhang mit den historischen Herstellungsmethoden anschaulich darzustellen.

Ausgehend von dem unter Denkmalschutz stehenden Hoffmannschen Ringofen (1883/84 bis 1968 in Betrieb) in dem sowohl Ziegel wie auch Kalk gebrannt wurde, kann der Besucher im Museumsbau die Entwicklung der heute verwendeten Baustoffe Ziegel und Kalk (unter Einbeziehung von Hinweisen auf Umweltfaktoren) bis zu den historischen Produkten, ihrer Gewinnung und Aufbereitung zurückverfolgen.

In diesem Kontext ist der in Essenbach geborgene römische Ziegelbrennofen aus dem Jahre 160 n. Chr. ein wichtiges Zeitzeugnis.

Um es verstehen zu können und das Ziegelbrennen wie bei den Römern erleben und nachvollziehen zu können, wurde ein Nachbau dieses Ofens als „lebendes Objekt“ erstellt. Damit in diesem „Römerofen“ Ziegel und andere Tonprodukte unter den Bedingungen wie vor nahezu zwei tausend Jahren gebrannt werden können, musste  eine funktionsfähige Verkleinerung des Originals erstellt werden.

Die guten Erfahrungen des jährlich zum Teil mehrmaligen Brennens in diesem Ofen haben uns ermutigt, auch für den Kalk einen Ofen zu bauen.

Da in Flintsbach schon 1577 ein Kalkofen – sicher ein einfacher Feldbrandofen – erwähnt wurde, beschlossen wir den Typ eines Kalkofens wie er lange Zeit - und in einigen Ländern noch heute – üblich war, als Anschauungsobjekt zu errichten.

Entsprechend unserer Aufgabe die Darstellungen im Museum mit Leben auszufüllen – d.h. in dem Kalkofen möglichst oft und mit relativ einfachen Hilfsmitteln aber originalgetreu Kalk zu brennen – wurden auch beim Kalkbrennofen die Abmessungen knapp gewählt (Brennraum ca. 2,00/1,50 m im Oval; 1,70 m hoch). Intensive Vergleiche ähnlicher Kalköfen gaben uns die Überzeugung, der in diesen Tagen gebaute Kalkbrennofen mit der dazu angeordneten Kalklöschpfanne etc., kann den Besuchern des Museums das Brennen des Kalksteins zum  Baumaterial Kalk gut und überschaubar vermitteln.

Erstes Befüllen und der Brand fanden am 17./18./19. April 2009 statt und das Ausräumen mit Kalklöschen wurde am 25./26. April 2009 durchgeführt.

Wir sind sicher, die Anlage als Einheit mit dem vorhandenen Kalksteinbruch und den Informationen im Museumsbau kann das sonst immer in „geschlossenen Anlagen“ für den Anwender verborgene Entstehen vom gebrauchsfertigem Kalk - und damit auch die chemischen und technischen Zusammenhänge – allgemein verständlicher machen.